. .

Von der kreativen Herausforderung mit industriellen Papieren zu arbeiten

Kathrin Biffi-Frey

Von handgeschöpften Papieren zu den industriellen Papieren

Seit ich mich erinnere schneide ich Papiere-ich glaube ich bin schon im Papier geboren worden. Ich hatte immer Papier zur Verfügung und werkte und verwandelte alles „papierige“ in Spielobjekte.

In meiner Ausbildung zur Werklehrerin entdeckte ich, dass man das Papier selber herstellen kann. Keine Pflanze in meiner Umgebung war sicher vor dem Kochtopf. Jede Pflanze gab ihr eigenes Papier. Die Vielfalt faszinierte mich und die entstandenen Papiere ergaben eine Sammlung. Mein Ziel war es transparente Papiere zu schöpfen.

Nach der handwerklichen Zeit des Papierschöpfens verlagerte sich mein Interesse von der Herstellung von handgeschöpftem Papier hin zu den bereits vorhandenen Papieren im Handel. Die Fragilität und Verletzlichkeit des transparenten maschinell hergestellten Papiers zog mich magisch an und ich verliebte mich in die transparenten Papiere-hatte es wohl etwas mit dem verhinderten Wunsch eine Architektin zu werden? Das einer matten Glasscheibe ähnliche Papier stellte viele Herausforderung; beim Schneiden und erst recht beim Leimen. Alles wurde sichtbar, das kleinste vergehen, für mich das ehrlichste Papier-aber auch das Schwierigste zum Bearbeiten. Nichts liess sich beim Falten, Schneiden, Schichten verstecken und vertuschen. Ich staunte über meine Fähigkeit zum sehr genauen Arbeiten.!!

Im Gegensatz zum steifen glasigen Transparentpapier bot mir das gewachste Papier, als Käsepapier bekannt, die Möglichkeit nur mit den Händen durch knüllen und knautschen meine Spuren und Netze zu legen. Aus einem Papier, ohne Wegschneiden oder Hinzufügen diese sensiblen Bilder herzustellen kann süchtig machen... mit dem veränderbaren Tageslicht wirken die Reliefpapiere sehr meditativ.

Meine Themen kreisten immer um Naturphänomen und Naturbeobachtungen. Ich suchte zu Wörtern und Gedanken einen Ausdruck im Papier. Wo ich auch begann am Schluss gab es immer Netze, Vernetzungen waren es immer.

Die Beschränkung auf nur 2 Papierarten und wenige Techniken wie das Falten, Schneiden und Schichten gaben mir die Möglichkeit einer Vertiefung der Formensprache.

Das kopflastige planen und umsetzen meiner Themen wurde mit dem Projekt Wasser Stein und Papier im Maggiatal aufgelockert. Meine Papiere mussten sich im Strudel und Fluss des fliessendes Wassers bewähren. Nicht alle Ideen lassen sich vom Atelier in die Natur umsetzen. Das Material Papier hat auch seine Gesetze und Grenzen.

Die Vernetzung fand ich auch bei IAPMA. An den besuchten Kongressen machte ich viele Kontakte, lernte neue Kulturen kennen und es gab mir die Möglichkeit das Medium Papier immer auf neue Art zu entdecken.


 

Ich suche und finde im Papier meine Sprache gilt immer noch.......